Die neuen Unisex-Tarife und ihre verbesserten Leistungen in der PKV
Seit 21.12.2012 können ja nur noch die geschlechtsunabhängig kalkulierten Unisex-Tarife gewählt und verkauft werden. Das gilt für sämtliche Versicherungssparten.
Hier geht es nun speziell um die PKV, besonders um die Vollversicherung, alt Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung.
Man hätte erwarten können, dass die PKV´s rechtzeitig am 21.12. mit den neuen Unisex-Tarifen herauskommen. Tatsächlich sind derzeit nicht einmal 25 % aller Versicherer mit diesen Tarifen am Markt. Man kann davon ausgehen, dass die Kalkulationen mehrheitlich abgeschlossen sind, jedoch sind die Beiträge und Tarife noch nicht allgemein herausgegeben worden. Das wird sich mit Sicherheit in Kürze ändern, die die Krankenversicherungen auch weiterhin Geschäfte machen wollen.
Der Erwartungshorizont war eigentlich im Vorfeld, dass zumindest die Frauenbeiträge günstiger werden, die Männer aber teurer werden. Die seither einsehbaren Tarife zeigen aber selbst für Frauen eher höhere Beiträge, als schon bisher. Und die Männertarife sind wirklich ca. 20 bis 30 % höher, als bisher. Es könnte aber Versicherer geben, wo dies abweicht. Das ist jetzt noch nicht beurteilbar. Wir hoffen, dass die Markttransparenz in den nächsten 1-2 Wochen wieder gegeben ist.
Selbst die Tarife für Kinder ändern sich, und so mancher besonders günstige Kinder-Tarif wird nicht mehr abschließbar sein. Kinder-Tarife waren zwar bisher im Alter bis 14 Jahre ohnehin schon geschlechtsunabhängig gewesen, was den Beitrag angeht. Dennoch gibt es auch hier Änderungsbedarf.
Die Krankenversicherer können völlig neu kalkulieren, nicht nur, was Unisex angeht. Es können andere Tarife, andere Selbstbeteiligungen, andere Leistungen geschaffen werden. Nicht alle Tarife, die es bisher gab, werden bei den Unisex-Tarifen ihr Pendant finden. Wer sich dabei wie verhält, ist abzuwarten, und in Kürze sichtbar. Aus den bisherigen Unisex-Tarifen kann man sehen, dass die Empfehlungen des PKV-Verbands aufgenommen und berücksichtigt werden. Dadurch haben die neuen Unisex-Tarife bessere Hilfsmittel-Leistungen, in Form des sogenannten offenen Hilfsmittelkatalogs. Die Leistungen für ambulante Psychotherapie sind bzw. werden erweitert. Dadurch wird es wohl keine neuen Tarife mehr geben, die gar keine Psychotherapie leisten, und es werden mindestens 50 Sitzungen erstattet. Prozentuale Einschränkungen kann es jedoch dabei geben, es müssen nicht 100 % Leistung sein. Suchtentwöhnungsmaßnahmen, die z.T. bisher ausgeschlossen sind, werden hiernach auch übernommen.
Dadurch werden Kritikpunkte, wo die PKV auch schon mal schlechter sein konnte, als die GKV, weitgehend oder komplett ausgeräumt. Das ist erfreulich. Jedoch muss man sich darüber im klaren sein, dass für die bestehenden Kunden die seitherigen Leistungen unverändert weitergelten. hier wird nichts angeglichen. Dafür gelten auch die alten Beitragsberechnungen weiterhin. Für die Männer (die Bestandskunden) wird es daher letzten Endes keinen Grund geben, freiwillig in die Unisex-Tarife überzugehen. Anders für Frauen. Zwar werden die neuen Unisex-Tarife nicht automatisch günstiger sein. Jedoch wird es durch die Anrechnung aus den bisherigen Tarifen Gutschriften geben; daraus entstehen Nachlässe, welche letzten Endes die Unisex-Tarife für Frauen günstiger machen. Die Berechnungen dafür kann nur die Versicherungsgesellschaft selbst durchführen. Interessierte Frauen sollten sich daher an Ihren Versicherer wenden, oder an den Betreuer, den sie von dort haben. Dann kann man abwägen, ob ein Wechsel in die Unisex-Tarife insgesamt Vorteile bringt, oder nicht.